Wer Studiengebühren für Ausländer einführen will, schadet dem Land

Über einen Gesetzentwurf hat die AfD gefordert, Studiengebühren für ausländische Studierende einzuführen.

Dem erteilt der hochschulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Dirk Stamer eine klare Absage:

 

„Im Oktober 2017 hat der Landtag den Antrag „Internationalisierung unserer Hochschulen verbessern“ beschlossen. Der Gesetzentwurf der AfD steht für das Gegenteil dieser Internationalisierungsbestrebungen. Unser Ziel ist es nämlich, den internationalen Austausch durch Marketingmaßnahmen zu fördern. Studiengebühren gehören ganz sicher nicht zu diesen Maßnahmen. Und ich erinnere an den Koalitionsvertrag, der eine Garantie für das gebührenfreie Erststudium gibt. Die kostenfreie Bildung ist ein Kernanliegen sozialdemokratischer Politik. Schon allein deswegen lehnen wir den Entwurf der AfD ab. Darüber hinaus zielt der Antrag nur darauf ab, einen Keil zwischen deutsche und ausländische Studierende zu treiben. Damit stiftet die AfD erneut Unfrieden. Damit hilft sie dem Land nicht. Damit schadet sie dem Land.“

Mitschnitt meiner Rede in der Landtagssitzung am 26.04.2018 zum Gesetzentwurf der Fraktion der AfD – Entwurf eines Fünften Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Mecklenburg-Vorpommern (Landeshochschulgesetz -LHG M-V) – Drucksache 7/1982 –

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Erststudium

Chance für mehr Gerechtigkeit bei der Medizinerausbildung

Das Bundesverfassungsgericht hat Teile des Vergabesystems von Medizinstudienplätzen an den deutschen Hochschulen gekippt.

Dazu erklärt der hochschulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Dirk Stamer:

„Wesentliches Argument für die Verfassungsrichter ist, dass die Abiturnoten der Länder nicht vergleichbar sind. Das kritisieren wir schon lange. Die Auswahl der Medizinstudenten rein über den „Abi“-Schnitt ist ungerecht. Ein Umsteuern in der Vergabepraxis wird daher ein Mehr an Gerechtigkeit bringen. Ohnehin sagt eine Eins im Abitur nichts über Empathiefähigkeit oder soziale Kompetenz aus. Ein Kernproblem aber bleibt: Der drohende Ärztemangel auf dem platten Land. Daher begrüße ich den von Bund und Ländern bereits im März dieses Jahres verhandelten «Masterplan Medizinstudium 2020». Danach können die Bundesländer eine Quote von bis zu zehn Prozent der Studienplätze für solche Bewerber bereithalten, die sich verpflichten, nach Abschluss des Studiums und der fachärztlichen Weiterbildung in der Allgemeinmedizin für bis zu zehn Jahre in der hausärztlichen Versorgung in unterversorgten ländlichen Regionen tätig zu sein.“

Arztkittel mit Instrumenten

International nicht vernetzte Hochschulen verlieren Bedeutung

Der Landtag hat dem Antrag der Koalitionsfraktionen zur Internationalisierung der Hochschulen zugestimmt.

Der hochschulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Dirk Stamer begrüßt die Entscheidung:

„Wir wollen die Internationalisierung unserer Hochschulen verbessern und so ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. Dazu soll zunächst der IST-Zustand der Internationalisierung erfasst und bewertet werden. Weitere Maßnahmen sollen daraus abgeleitet und entwickelt und dem zuständigen Ausschuss berichtet werden. Zur Anwerbung von Studierenden und Lehrkräften sollen als dritte Maßnahme bis zu 0,5 Mio. Euro bereitgestellt werden.

Die Gründe dafür sind klar: Forschung muss den aktuellen Stand des Wissens kennen. Dazu müssen Forscher ihre Arbeit international diskutieren können z.B. auf Konferenzen oder über Publikationen. Internationale Forschungsprojekte sind ebenfalls eine weitere gute Möglichkeit des Austausches.

Das hat Rückfluss auf die Lehre – den zweiten wichtigen Aspekt an Hochschulen. Internationale studentische Projekte sind eine gute Möglichkeit für Studierende, internationale Zusammenarbeit zu trainieren und dabei Fachwissen zu erlernen.

Oder sogenannte Double-Degree-Programme. Studierende können durch das Schreiben einer zweiten Abschlussarbeit an einer anderen internationalen Hochschule zwei Abschlüsse zugleich erlangen. Die vorherigen Studienleistungen werden dafür beidseitig anerkannt. Dies erhöht direkt den Marktwert der Studierenden.“

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